Auf den Druck kommt es an

Erscheinungsdatum: 
20080320
Zeitung: 
Wiesbadener Tagblatt

Michael Kemmerer und Prof. Dieter Böhrer helfen nicht nur bei Tauchunfällen  
WIESBADEN

Vor wenigen Tagen feierte das Druckkammerzentrum im Asklepios-Gesundheitszentrum sein zehnjähriges Bestehen. Genutzt wird die Druckkammer bei Rauchgasvergiftungen oder bei Tauchunfällen. Aber auch Leistungssportler, die sich eine schnellere Regeneration erhoffen, gehören zu den Kunden der Druck-Profis Michael Kemmerer und Prof. Dr. Dieter Böhrer.

Von Manfred Knispel  

19 Tonnen wiegt die Haux-Starmed 2200. 13 Personen finden darin Platz, leise Musik kommt aus Lautsprechern, die Sitze sind bequem, ein wenig erinnert das Gerät im Inneren an ein Zugabteil. Die hochmoderne Druckkammer, Preis so um eine Million Euro, ist der ganze Stolz von Michael Kemmerer und Prof. Dr. Dieter Böhrer vom Druckkammerzentrum Rhein-Main-Taunus. 

Ob er denn mit ein paar wenigen einfachen Sätzen erklären können, wie das riesige Gerät funktioniert? Kemmerer muss überlegen. Schließlich geht es um eine hochkomplizierte Maschine, die auch in der Intensivmedizin eingesetzt wird. Also, sagt er dann, ganz einfach  ausgedrückt gehe das so: "Sie machen die Tür zu, pumpen mit einem Kompressor Druckluft hinein, bis ein genau bestimmter Überdruck entsteht, dann geben sie dem Patienten medizinisch reinen Sauerstoff, was ganz unterschiedliche Reaktionen im Blut hervorruft."  Einfacher gehe es wirklich nicht zu erklären, meint er.  "Hyperbare Oxygenation" nennt sich das Prinzip, abgekürzt HBO. Bis zu 20 mal mehr Sauerstoff wird auf diese Weise im Blut gelöst. Heilungsprozesse würden dadurch beschleunigt, erklärt er. Die Spieler des SV Wehen gehören zu seinen Kunden, ebenso Fußballer von Germania oder Volleyballerinnen des VCW. Sie schwören darauf, dass Blutergüsse oder Zerrungen schneller abheilen. Kemmerer erzählt von Zahnärzten, die nach eigenen Zahnbehandlungen zu ihm kommen...