Bunter Mediziner-Mix und ein Pfefferkorn
Im Asklepios- Gesundheitszentrum an der Schiersteiner Straße werden letzte Kartons ausgepackt Manche Praxen sind bereits betriebsfertig eingerichtet, in anderen werden noch Umzugskartons ausgepackt: Auf vier Stockwerken ziehen 16 Fachärzte ins Asklepios- Gesundheitszentrum an der Schiersteiner Straße ein.
Von Ingeborg Toth
Die Mischung ist bunt: Im neuen Facharztzentrum finden sich Urologen und Gynäkologen, Internisten und Kinderheilkundler, Sportmediziner oder Chirurgen. Sie haben die Adresse Schiersteiner Straße 42 gemeinsam und den klaren Willen, sowohl miteinander als auch mit der Klinik zu kooperieren, deren Namen bewusst ins Logo aufgenommen worden ist: Asklepios- Gesundheitszentrum heißt das Ärztehaus, in dem auch eine Apotheke, ein ambulanter Pflege- und Sozialdienst, ein Sanitätshaus und ein Hörgeräte-Akustiker ihre Dienste anbieten. Ein Restaurant offeriert regionale Küche: Das "Pfefferkorn" und die Apotheke sind über einen Eingang an der Schiersteiner Straße leicht zu finden. Grundidee für das Haus, so Peter Coy, Geschäftsführer der Asklepios Paulinen Klinik, sei das Modell der "integrierten Versorgung" bei gleichzeitigen Synergieeffekten. Jedem Arzt des Zentrums stehe die gesamte medizinische Infrastruktur der Klinik zur Verfügung. Teure Geräte, die die Klinik vorhält, können von den Niedergelassenen mitgenutzt werden. Den Alltag stellt man sich so vor: Vorgespräche mit dem Patienten finden beim Facharzt statt. Ein notwendiger Eingriff kann eventuell von dem behandelnden Arzt in der Paulinen-Klinik vorgenommen werden. Zur Nachsorge wird er ans Gesundheitszentrum zurückgereicht. Doch auch innerhalb des Ärztehauses sollen dem Patienten Wartezeiten erspart werden: Bei unklaren Befunden kann er rasch an den entsprechenden Fachkollegen überwiesen werden, der sich auf die Diagnostik stützt, die bereits vorliegt. Unnötige Doppeluntersuchungen werden vermieden, so versichert Coy. Die Asklepios Paulinen Klinik (APK) hat das Zentrum konzipiert und finanziert: Im ersten Bauabschnitt sind 6,5 Millionen Euro für Baukosten aufgewendet worden. Für das Grundstück wird Erbpacht bezahlt, an die Paulinen-Stiftung, die das einstige Diakonie-Krankenhaus betrieb. Finanziert wird das neue Ärztezentrum ausschließlich durch Mieteinnahmen: Die Läden zahlen 25 Euro pro Quadratmeter, die Ärzte zwölf Euro für "funktionierende Flächen", so Coy, an deren Planung sie selbst beteiligt waren. Der gesamte Gebäudekomplex ist mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet. Sie soll in Zukunft den verzögerungsfreien und sicheren Austausch von Patientendaten von Praxis zu Praxis möglich machen. Neben der Kommunikation der Praxen untereinander ist auch ein Austausch in Richtung Klinik und wieder zurück auf elektronischem Weg vorgesehen: So wird es etwa dem Onkologen möglich sein, seinen Patienten online der APK-Tumorkonferenz vorzustellen und Behandlungskonzepte mit den "Klinikern" zu diskutieren. Jede Praxis des Ärztehauses sieht anders aus, ist anders gestaltet - entsprechend den Funktionsabläufen. Versorgungsleitungen, die in den Fußböden liegen, lassen sich an bestimmten Stellen "anzapfen", nicht-tragende Wände versetzen. So dass jederzeit interne Umbauten möglich sind, sollte der Praxisinhaber wechseln. Wobei Neumieter nur dann aufgenommen werden, wenn sie entweder das