Hausarzt soll Lotse bleiben

Erscheinungsdatum: 
20060729
Zeitung: 
Wiesbadener Kurier

isa. Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis gelten als "überversorgt" mit niedergelassenen Ärzten. Insgesamt gibt es zum Beispiel in Wiesbaden 50 Frauenärzte, im Untertaunus elf, im Rheingau fünf. Orthopäden finden sich in Wiesbaden 24, im Untertaunus und im Rheingau  jeweils fünf. Viele Praxen können über Patientenzahlen nicht klagen, ihr Problem aber: Sie werden budgetiert. Was darüber hinaus an Behandlung stattfindet, wird nicht bezahlt. Auch KV-Geschäftsführer Ekkehard Ludwig sieht durch Kostendruck und Budgetierung für viele Einzelpraxen keine Überlebenschance mehr. Wer kaum Privatpatienten habe, könne die hohen Kosten und die hohen Inforderungsmaßnahmen - beispielsweise für Hygienemaßnahmen - kaum tragen.

Mehr Konkurrenz Die neue Ärztegeneration, beobachtet Ludwig, arbeite gern im Team. Es sei noch nie so viel Bewegung im  Gesundheitssystem gewesen wie heute, denn der Gesetzgeber setze bei der Neuordnung auf "mehr Konkurrenz". Es könnten sich Praxisfirmen mit mehreren Standorten bilden. "Das bedeutet einen  Wertewandel, bisher stand der Sicherstellungsauftrag der Versorgung im
Vordergrund." Sowohl Niedergelassene als auch die Kliniken müssten sich stärker spezialisieren. Der Hausarzt allerdings solle seine Lotsenfunktion behalten, meint Ludwig.

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