Premiere mit Erster Hilfe bei einem Notfall

Erscheinungsdatum: 
20070115
Zeitung: 
Wiesbadener Tagblatt

Premiere mit Erster Hilfe bei einem Notfall

Neue Themenreihe zur Gesundheit / "Medizin bürgernah" einmal im Monat in Asklepios Paulinen Klinik

Von Heidelore Wallenfels

"Medizin bürgernah" heißt eine neue Themenreihe, die mehr sein will als ein akademischer Vortragsabend. Das Facharztzentrum der Asklepios Paulinen Klinik setzt künftig einmal im Monat auf Gesundheitsinformationen zum Anfassen.

Der Notfall lässt sich nicht planen: Plötzlich bricht ein Mensch zusammen. Die Umstehenden reagieren erschrocken. Was tun? Hilflosigkeit. Ratlosigkeit. Angst. Wertvolle Sekunden verstreichen. Sekunden, die lebensrettend sein können. Und genau darum ging es beim ersten Informationsabend des Asklepios Gesundheitzszentrums "Ein Notfall - wie kann ich helfen?" "Wir wollen Ihnen die Angst nehmen, etwas Falsches zu tun," sagte Hans-Jürgen Lührs, Internist und seit 30 Jahren Notfallarzt.

An seiner Seite Peter Last, Rettungsassistent und Ausbildungsbeauftragter bei der Lufthansa, zu seinen Füßen das "Opfer", reglos, bewusstlos. Immer wieder demonstrieren die beiden, was zu tun ist. Und plötzlich scheint alles ganz einfach. Die Handlungsschritte prägen sich ein: Zuerst den Leblosen ansprechen, die Atmung kontrollieren und seinen Kopf nach hinten beugen, um ein Ersticken zu verhindern. Dann den Körper in eine stabile Seitenlage bringen, bis die telefonisch herbeigerufene ärztliche Hilfe eintrifft.

"Ist keine Atmung erkennbar, muss sofort mit Herzmassage begonnen werden," mahnt Hans-Jürgen Lührs. 30-mal rasch hintereinander, danach Beatmung durch Mund oder Nase, dann wieder Massage. "Zu diesem Zeitpunkt ist die Lunge noch mit so viel Sauerstoff gefüllt, dass es ausreicht, um das Gehirn zu versorgen," erläutert der Mediziner.

Im Bistro der Asklepios Paulinen Klinik wird es merklich lebhaft. Die meist älteren Zuhörer wollen nicht länger zuschauen. Sie wollen spüren, wie eine Herzmassage funktioniert. Lührs und Last assistieren. "Die Kraft," sagen sie, "muss nicht aus den Armen, sondern aus dem Oberkörper, dem Schultergürtel kommen." Dann ist sie am wirkungsvollsten.